Menschlichkeit - Wir dienen Menschen. Aber keinem System. 
Unter Auftrag ist es, überall in der Welt das Leben und die Gesundheit von Menschen zu
schützen, menschliches Leiden unter allen Umständen zu verhindern oder zumindest zu
lindern.

Unparteilichkeit - Wir versorgen das Opfer. Aber genauso den Täter.
Wir kennen keinerlei Unterschiede zwischen Staatsangehörigkeit, Rasse, Religion,
sozialer Stellung und politischer Zugehörigkeit. Wir helfen den Menschen einzig nach dem
Maß ihrer Not. Es ist einzig bemüht, den Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen
und bei der Hilfe den dringendsten Fällen den Vorrang zu geben.



Neutralität - Wir ergreifen die Initiative. Aber keine Partei.
Jeder Mensch muß sich uneingeschränkt und voller Vertrauen an das Rote Kreuz wenden
können. Es muß als Symbol der Menschlichkeit und Hilfe über allen Parteien stehen.
Deshalb enthalten wir uns der Teilnahme an Feindseligkeiten wie auch an politischen,
rassischen, religiösen und weltanschaulichen Auseinandersetzungen.

Unabhängigkeit- Wir gehorchen der Not. Aber nicht dem König.
Die Bewegung ist unanbhängig. Obwohl die Gesellschaften den jeweiligen Landesgesetzen
unterstellt sind, bewahren sie dennoch ihre Eigenständigkeit und stellen die menschlichen
Grundsätze der Bewegung über die Vorschriften eines Systems.

Freiwilligkeit - Wir arbeiten rund um die Uhr.
Aber nie in die eigene Tasche.
Wir leisten unsere Hilfe freiwillig und völlig uneigennützig überall dort, wo Menschen in Not
sind und wo deshalb Menschen der Tat gebraucht werden.


Einheit - Wir haben viele Talente. Aber nur eine Idee.
In jedem Land gibt es nur eine einzige Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft. Sie steht
allen offen, die im Sinne Henry Dunants ihren Beitrag zur Menschlichkeit leisten wollen,
jeder an dem Platz, den er am besten ausfüllt.


Universalität - Wir achten Nationen. Aber keine Grenzen
Die internationale Bewegung vom Roten Kreuz und Roten Halbmond ist eine
weltumfassende Institutionen, in der alle Gesellschaften die gleichen Rechte haben und
sich verpflichten, einander zu helfen.

Henry Dunant

 

Zweifellos eine der interessantesten Biographien in der Geschichte des Roten Kreuzes
ist die seines Gründers, Henry Dunant. Ausgangsort dieser Biographie ist Genf, Henry Dunant

wo Dunant am 8. Mai 1828 geboren wurde. Schon früh trat der junge Dunant, gestützt auf seine tiefe religiöse Überzeugung, engagiert für die Menschheit ein. Ersten Ausdruck fand dieses Engagement in seinem Beitritt zur Genfer Gesellschaft für Almosenspenden. Doch Dunant wollte mehr: Mit der Gründung des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) im Jahre 1855 erfüllte er sich den Traum von einer weltumspannenden "geistlichen Familie".

Das Schlüsselerlebnis seines Lebens wiederfuhr Dunant 1859 auf einer Geschäftsreise nach Solferino in beritalien. Eher zufällig wurde er Zeuge einer der blutigsten Schlachten der Geschichte. Eine Schlacht mit über 40 000 Verwundeten und Toten. Schockiert vom Elend der Opfer und der Hilflsigkeit der Sanitätskräfte reifte in ihm von nun an der Gedanke an eine internationale Hilfsorganisation. Schon bald verwirklichte er seine Pläne: Sein Erlebnisbericht "Eine Erinnerung an Solferino" half ihm, daß auch Staatsoberhäupter auf seine Idee aufmerksam wurden. So konnte 1863 in Genf das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gegründet werden. Nur ein Jahr später wurde die erste Genfer Konvention erlassen.

Doch lange konnte Henry Dunant die Früchte seiner Arbeit nicht genießen. Nach einer Verurteilung wegen betrügerischem Konkurses und dem Tod seiner Mutter führte er viele Jahre ein Leben als Heimatloser. Dennoch kamen seine Aktivitäten nicht zum Erliegen. Seine "Wiederentdeckung" im Jahre 1895 brachte ihm den verdienten Ruhm, der 1901 in der Verleihung des ersten Friedensnobelpreises gipfelte. Henry Dunant starb am 30. Oktober 1910.

 

Leitsatz und Leitbild des Deutschen Roten Kreuzes

verabschiedet durch das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes am 14.9.1995 und den Präsidialrat des Deutschen Roten Kreuzes am 29.9.1995

 

Der Leitsatz

Wir vom Roten Kreuz sind Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Menschen in der internationalen Rotkreuz und Rothalbmondbewegung, die Opfer von Konflikten und Katastrophen sowie anderen hilfsbedürftigen Menschen unterschiedslos Hilfe gewährt, allen nach dem Maß Ihrer Not.

Die Leitlinien

Der hilfebedürftige Mensch

Wir schützen und helfen dort, wo menschliches Leiden zu verhüten und zu lindern ist.

Die unparteiliche Hilfeleistung

Alle Hilfebedürftigen haben den gleichen Anspruch auf Hilfe, ohne Ansehen der Nationalität, der Rasse, der Religion, des Geschlechts, der sozialen Stellung oder der politischen Überzeugung. Wir setzen die verfügbaren Mittel allein nach dem Maß der Not und der Dringlichkeit der Hilfe ein. Unsere freiwillige Hilfeleistung soll die Selbsthilfekräfte der Hilfebedürftigen wiederherstellen.

Neutral im Zeichen der Menschlichkeit

Wir sehen uns ausschließlich als Helfer und Anwälte der Hilfebedürftigen und enthalten uns zu jeder Zeit der Teilnahme an politischen, rassischen oder religiösen Auseinandersetzungen. Wir sind, jedoch nicht bereit, Unmenschlichkeit hinzunehmen und erheben deshalb, wo geboten, unsere Stimme gegen Ihre Ursachen.

Die Menschen im Roten Kreuz

Wir können unseren Auftrag nur erfüllen, wenn wir Menschen, insbesondere als unentgeltlich tätige Freiwillige, für unsere Aufgaben gewinnen. Von ihnnen wird unsere Arbeit getragen, nämlich von engagierten, fachlich und menschlich qualifizierten, ehrenamtlichen, aber auch von gleichermaßen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Verhältnis untereinander von Gleichwertigkeit und gegenseitigem Vertrauen gekennzeichnet ist.

Unsere Leistungen

Wir bieten alle Leistungen an, die zur Erfüllung unseres Auftrages erforderlich sind. Sie sollen im Umfang und Qualität höchsten Anforderungen genügen. Wir können Aufgaben nur dann übernehmen, wenn fachliches Können und finanzielle Mittel ausreichend vorhanden sind.

Unsere Stärken

Wir sind die Nationale Rotkreuzgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Wir treten unter einer weltweit wirksamen gemeinsamen Idee mit einheitlichem Erscheinungsbild und in gleicher Struktur auf. Die förderalistische Struktur unseres Verbandes ermöglicht Beweglichkeit und schnelles koordiniertes Handeln. Doch nur die Bündelung unserer Erfahrungen und die gemeinsame Nutzung unserer personellen und materiellen Mittel sichern unsere Leistungsstärke.

Unser Verhältnis zu anderen

Zur Erfüllung unserer Aufgaben kooperieren wir mit allen Institutionen und Organisationen aus Staat und Gesellschaft, die uns in Erfüllung der selbstgesteckten Ziele und Aufgaben behilflich oder nützlich sein können und/oder vergleichbare Zielsetzungen haben. Wir bewahren dabei unsere Unabhängigkeit. Wir stellen uns dem Wettbewerb mit anderen, indem wir die Qualität unserer Hilfeleistung, aber auch ihre Wirtschaftlichkeit verbessern.

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